E-Rechnung und
strukturierte Formate
Strukturierte Rechnungsformate verstehen und in dokumentenbasierte Prozesse integrieren.
E-Rechnung und strukturierte Formate gewinnen an Bedeutung
Die elektronische Verarbeitung von Rechnungen entwickelt sich im B2B-Umfeld zunehmend zum Standard. Regulatorische und technische Vorgaben führen dazu, dass strukturierte Rechnungsformate künftig verpflichtend oder vorausgesetzt werden.
In Deutschland und Österreich entstehen klare Anforderungen an Unternehmen, elektronische Rechnungen empfangen und verarbeiten zu können. Gleichzeitig wird die Grundlage für weiterführende Entwicklungen wie EU-weites Reporting und standardisierte Datenübermittlung geschaffen.
Diese Entwicklung verändert nicht nur das Format von Rechnungen, sondern auch die Anforderungen an deren Verarbeitung.
Strukturierte Formate liefern Daten, aber keine fertigen Prozesse.

Was sind E-Rechnungen und strukturierte Formate?
Eine E-Rechnung ist eine Rechnung in einem strukturierten, maschinenlesbaren Format. Im Unterschied zu einer digitalen Rechnung als PDF enthält sie keine reine visuelle Darstellung, sondern klar definierte Datenfelder.
Die Grundlage dafür bildet der europäische Standard EN 16931. Dieser definiert, welche Informationen eine elektronische Rechnung enthalten muss und wie diese strukturiert sind. Typische Formate sind:
- XRechnung: Ein rein strukturiertes XML-Format, das alle relevanten Rechnungsdaten in standardisierter Form enthält und insbesondere im öffentlichen Umfeld eingesetzt wird.
- ZUGFeRD: Ein hybrides Format, das ein visuelles PDF mit eingebetteten strukturierten XML-Daten kombiniert. Dadurch ist sowohl eine menschliche als auch eine maschinelle Verarbeitung möglich.
Weitere strukturierte Formate basieren ebenfalls auf XML-Strukturen und orientieren sich an den definierten Datenmodellen. Gemeinsam ist diesen Formaten, dass sie Informationen nicht nur darstellen, sondern als Daten bereitstellen.
Regulatorische Entwicklung und Fristen
Die Einführung der E-Rechnung erfolgt nicht isoliert, sondern ist Teil einer schrittweisen regulatorischen Entwicklung. In Deutschland wird die E-Rechnung im B2B-Bereich schrittweise zur verpflichtenden Grundlage für den Rechnungsaustausch. Unternehmen müssen in der Lage sein, strukturierte Rechnungen zu empfangen und zu verarbeiten.
Auch in Österreich bestehen Anforderungen an elektronische Rechnungsformate, insbesondere im Zusammenspiel mit öffentlichen Auftraggebern.
Parallel dazu entstehen auf europäischer Ebene Initiativen wie ViDA (VAT in the Digital Age), die eine weitergehende Standardisierung und ein einheitliches Reporting vorsehen.
Für Unternehmen bedeutet das:
- Unterschiedliche Fristen und Übergangsphasen müssen berücksichtigt werden.
- Bestehende Prozesse müssen angepasst werden.
- Systeme müssen flexibel genug sein, um neue Anforderungen zu integrieren.
Die E-Rechnung ist damit Teil einer kontinuierlichen Entwicklung.
Warum strukturierte Daten allein nicht ausreichen
Strukturierte Formate stellen Rechnungsdaten bereits in maschinenlesbarer Form bereit. Daraus entsteht häufig die Erwartung, dass diese Daten direkt und ohne weiteren Aufwand verarbeitet werden können.
In der Praxis zeigt sich jedoch:
- Daten müssen fachlich interpretiert werden.
- Inhalte müssen in bestehende Datenmodelle eingeordnet werden.
- Abweichungen zu Stammdaten müssen berücksichtigt werden.
- Unterschiedliche Ausprägungen innerhalb eines Standards müssen verarbeitet werden.
Auch strukturierte Daten benötigen daher eine Verarbeitung, die über das reine Einlesen hinausgeht.
Von strukturierten Daten zu nutzbaren Informationen
E-Rechnung im Kontext des Dokumenteneingangs
E-Rechnungen treten in der Praxis selten isoliert auf. Unternehmen verarbeiten weiterhin gemischte Dokumenteneingänge aus strukturierten und unstrukturierten Formaten.
Die Herausforderung besteht darin, unterschiedliche Formate innerhalb eines einheitlichen Prozesses zu verarbeiten und konsistente Daten bereitzustellen.
Wie verarbeitet bluDELTA strukturierte Formate?
bluDELTA setzt beim Dokumenteneingang an und verarbeitet strukturierte sowie unstrukturierte Dokumente innerhalb einer einheitlichen Systemlogik.
Strukturierte E-Rechnungen werden direkt übernommen, während Inhalte aus unstrukturierten Dokumenten extrahiert werden. Unabhängig vom Format werden alle Informationen in eine konsistente Datenbasis überführt.
So entsteht eine Grundlage, auf der unterschiedliche Dokumenttypen und Formate gemeinsam verarbeitet werden können.
Von strukturierten Daten zu systemfähigen Prozessen
Die Bereitstellung strukturierter Daten ist ein wichtiger Schritt, reicht jedoch allein nicht aus.
Damit Prozesse stabil und automatisiert ablaufen können, müssen Daten geprüft, validiert und fachlich zugeordnet werden. Erst dadurch entsteht eine verlässliche Grundlage für die Weiterverarbeitung in ERP- und Fachsystemen.
Einordnung im Gesamtprozess
Die Verarbeitung strukturierter Formate ist Teil einer durchgängigen Dokumentenverarbeitung:
- Class & Split: Dokumente und Formate werden erkannt
- Extract: Strukturierte Daten werden übernommen und unstrukturierte Inhalte extrahiert
- Mapping: Daten werden fachlich zugeordnet und für Systeme aufbereitet
bluDELTA stellt sicher, dass unabhängig vom Ursprungsformat eine konsistente und anschlussfähige Datenbasis entsteht.






